Wann brauche ich eine Niederdruckarmatur?

Niederdruck Armaturen verfügen über drei Anschlüsse. Ein Anschluss für den Wasserzufluss an der Wand und zwei weitere Anschlüsse zum Boiler für Zu- und Ablauf.

Die Armatur in der Küche wird täglich bis zu 70 mal genutzt und muss einiges aushalten. Wenn sich nach jahrelangem Gebrauch Verschleißerscheinungen bemerkbar machen und der einfache Austausch der Kartusche oder Dichtung nicht mehr hilft, ist es Zeit für einen neuen Wasserhahn. Dann stellt sich auch die Frage, ob es eine Hoch- oder Niederdruckarmatur sein muss.

Bevor Sie mit der Auswahl einer neuen Armatur starten, sollte deshalb in Erfahrung gebracht werden, auf welche Art die Wasserzufuhr erfolgt. Kommen Kaltwasser und Warmwasser direkt aus einem Wandanschluss, oder haben Sie einen Boiler in Ihrer Küche angeschlossen?

Am meisten verbreitet: die Hochdruckarmatur

Eine Hochdruckarmatur verfügt über zwei Anschlüsse, die direkt an den Warmwasser und Kaltwasser Anschluss an der Wand angeschlossen werden.
Zentrale Versorgungssysteme von Warmwasser erfordern eine Hochdruckarmatur

Die Details der Wasserzufuhr bestimmen darüber, ob Sie eine Hochdruckarmatur oder eine Niederdruckarmatur benötigen. In den meisten Fällen wird eine Hochdruckarmatur benötigt.

Die Hochdruckarmatur wird direkt an ein Wandeckventil angeschlossen und durch die zentrale Wasserversorgung bzw. einen Durchlauferhitzer versorgt. Sie haben zwei Zufuhrschläuche für heißes und kaltes Wasser.

Bei dezentraler Warmwasserversorgung: die Niederdruckarmatur

Es gibt noch eine weitere Variante der Warmwasseraufbereitung.
Ist ein Boiler oder ein Warmwasserspeicher vorhanden, wird das warme Wasser dezentral, also für jede Wohnung einzeln, aufbereitet. In diesen Konstellationen wird in der Regel eine Niederdruckarmatur (kurz: ND-Armatur) erforderlich. Achtung: Eine Ausnahme bilden hier die Hochdruckboiler.

Niederdruckarmaturen unterscheiden sich optisch nicht von Hochdruckarmaturen, zeichnen sich aber durch einen anderen Aufbau und ein anderes Funktionsprinzip aus. Die Niederdruckarmatur ist mit drei Anschlussschläuchen ausgestattet. Ein Schlauch dient zum Anschluss an das Kaltwassernetz, die beiden anderen Schläuche werden am Boiler installiert. Um den Wasserdruck zu verringern, fließt das Wasser aus der Leitung in den Armaturenkörper, wo der Druck reduziert wird. Somit wird verhindert, dass der normale Wasserdruck in den Boiler strömt, der ihm nicht standhalten würde.

Niederdruck Armaturen verfügen über drei Anschlüsse. Ein Anschluss für den Wasserzufluss an der Wand und zwei weitere Anschlüsse zum Boiler für Zu- und Ablauf.
Niederdruck Armaturen kommen häufig bei Boilern zum Einsatz.

Um eine solche Armatur zu installieren, wird der Zufuhrschlauch, nach dem Einsetzen des Schmutzfiltersiebes, an das Wandeckventil befestigt. Er speist das kalte Wasser aus der Leitung zu.
Erst beim Öffnen des Warmwasser-Hebels fließt kaltes Wasser von der Armatur in den Boiler und drückt durch Verdrängung warmes Wasser in den Armaturauslauf. So gelangt Warmwasser in die Kartusche des Wasserhahns und wird im passenden Mischverhältnis aus kalt und warm ausgegeben.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein leichtes Nachtropfen bei der Niederdruckarmatur normal ist. Denn nach dem Zapfen wird das Wasser im Boiler aufgeheizt, um das zu gefüllte Kaltwasser zu erhitzen. Daraus ergibt sich eine Ausdehnung des Wassers. Der Wasserdruck steigt, und ein Teil kann (und darf) über die Armatur austropfen.