Gut planen, besser Kochen: Ergonomie in der Küche

Gut planen, besser Kochen

Ergonomie in der Küche

Ergonomie am Arbeitsplatz ist schon lange ein Thema. Kein Wunder:
Mehr als die Hälfte aller Berufstätigen leidet an Rückenschmerzen.
Ein gesundheitliches Problem, das sich durch richtige Körperhaltung vermeiden ließe. Ergonomie zu Hause ist genauso wichtig wie am Arbeitsplatz – vor allem in der Küche. Denn überall, wo häufig wiederkehrende Arbeitsabläufe anfallen, sollte die Einrichtung der ergonomischen Küche optimal an den Benutzer angepasst werden, etwa die Arbeitshöhe in der Küche. Nur so können Sie vermeiden, dass Fehlhaltungen und damit chronische Schmerzen entstehen.

Ergonomie in der Küche

Mindestens drei Lebensjahre verbringt jeder Deutsche in der Küche. Wer jedesmal beim Kochen, Backen oder Abwaschen den Rücken krumm machen muss, bei dem sind Schmerzen im Nacken-, Schulter- oder Rückenbereich vorprogrammiert. Dabei ist es so einfach: Mit einer ergonomisch eingerichteten Küche erziehen Sie sich quasi zu einer korrekten Körperhaltung.

Für eine gute Ergonomie in der Küche sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Arbeitshöhe in der Küche
    • Höhe der Arbeitsflächen
    • Höhe der Spüle
    • Höhe des Herdes
  • Greifhöhen
  • Laufwege
  • Besondere Einrichtungen für Linkshänder

Wie Sie die Arbeitshöhe Ihrer Küche richtig bestimmen

Die für Sie persönlich richtige Arbeitshöhe können Sie ermitteln, indem Sie Ihre Ellbogenhöhe messen. Winkeln Sie dazu den Vorderarm an. Tun Sie einfach so, als würden Sie einen Topf umrühren, und messen Sie den Abstand zwischen Boden und angewinkeltem Arm. Diese Differenz minus zehn bis 15 Zentimeter ist die für Sie optimale Arbeitshöhe. Natürlich gibt es auch Durchschnittswerte für die Arbeitshöhe in der Küche. Diese liegen zwischen 85 und 95 Zentimeter. Je nach der eigenen Körpergröße und den persönlichen Vorlieben lässt sich die Arbeitshöhe in der Küche variieren. Denken Sie daran, dass sich die Gesamthöhe aus der Höhe des Unterschrank-Korpus, der Arbeitsplatte und des Sockels zusammensetzt. Letztlich ist es meist der Sockel, über den Sie die individuelle Arbeitshöhe für die Küche einstellen

Dank der erhöht angebrachten Spüle, wird für eine gute Ergonimie in der Küche gesorgt.

Ergonomie für Herd und Spüle

Ein abgesenktes Kochfeld erleichtert es, beim Kochen in die Töpfe zu schauen. Ergonomisch sinnvoll ist also eine Absenkung der Herdplatte um zehn bis zu 15 Zentimetern im Vergleich zur Arbeitsplatte. Auch eine etwas erhöhte Spüle sorgt für gute Ergonomie. Eine Spüle, die um 10 bis 15 Zentimeter höher ist als die Arbeitsplatte schont den Rücken. Denn so können Sie beim Abspülen den Boden des Beckens leichter erreichen, ohne dass Sie sich stark bücken müssen. Die Höhe der Spüle können Sie übrigens schon durch die Wahl des Beckens beeinflussen. Mit einem Aufsatzbecken oder einem Spülstein, dessen Rand auf der Arbeitsfläche aufliegt, können Sie bis zu zehn Zentimeter Höhe gewinnen. Es gibt aber auch Hubautomatiken für Spülenschränke, also eine Art Liftsystem, mit der Sie die Höhe des Spülbeckens individuell einstellen können.

Die richtige Greifhöhe

Generell sollten die Küchenschränke nicht zu hoch hängen. Gerade in der Küche wollen Sie alle Utensilien auf der richtigen Greifhöhe unterbringen. So müssen Sie nicht erst auf eine kleine Leiter klettern, um häufig genutzte Lebensmittel, Pfannen oder Elektrogeräte zu erreichen. Da sich viele Arbeitsabläufe in der Küche wiederholen, ist es wichtig, alle Utensilien an einem sinnvollen und gut erreichbaren Platz unterzubringen. So können Sie unnötiges Bücken oder Strecken vermeiden. Ergonomie in der Küche bedeutet auch, die Spülmaschine oder den Herd nicht auf dem Boden sondern auf Greifhöhe in den Hochschränken zu platzieren. Hier können Sie die Geräte am einfachsten bedienen, ohne den Rücken zu belasten. Als Standardmaß für die Einbauhöhe dient hier die eigene Schulterhöhe. Diese sollte mit der Oberkante des Geräts übereinstimmen.

Für die maximale Greifhöhe rechnen Sie 5 cm zu Ihrer Körpergröße hinzu.

Weg frei: Laufwege in der Küche beachten

Jede Küche lässt sich in drei bis fünf Arbeitsbereiche aufteilen. Die drei wichtigsten sind Kochen (Herd), Waschen (Spülbecken) und Aufbewahrung (Kühlschrank/Küchenschränke). Dazu kommen noch die Vorbereitung an den Arbeitsflächen und – wenn vorhanden – eine Vorratskammer oder ein Vorratsschrank sowie das Esszimmer. Um die Laufwege zu bestimmen, müssen Sie nur überlegen, welchen Weg zum Beispiel das Geschirr nimmt: vom Schrank zum Esstisch und zurück in die Spüle. Da die Vorbereitung für ein gemeinsames Abendessen meist nicht eine Person alleine vornimmt, ist es wichtig, sich nicht gegenseitig im Weg zu stehen. Zudem sollten sich die Laufwege nicht überkreuzen.

Alles am richtigen Platz

Der Koch sollte ungestört in den Töpfen rühren können, während die Helfer das Gemüse aus dem Kühlschrank nehmen, um es zu waschen, zu schälen und für den Kochtopf vorzubereiten. Hilfreich ist es an allen Arbeitsbereichen auch Zugriff auf die richtigen Utensilien zu haben. Also Gewürze, Öl, Pfannen, Töpfe und Kochlöffel nahe an der Herdplatte unterbringen. An der Spüle brauchen Sie Spülmittel, Lappen und Schwämme, aber auch Messer und Schäler, um Gemüse und Obst für den Kochvorgang vorzubereiten. Denken Sie daran, auch die Abfallentsorgung und Mülltrennung nahe bei der Spüle einzurichten, um hier Essensreste von den Tellern oder Kartoffelschalen und Gemüsereste gleich im Kompost entsorgen zu können. Eine gute Lösung bieten hier die Abfall-Systeme von BLANCO.

Die richtige Anordnung von Arbeitsstationen für Linkshänder am Beispiel einer Armatur

Ergonomie für Linkshänder

Generell gilt, dass für Linkshänder eine Planung von rechts nach links sinnvoll ist, während für Rechtshänder das Umgekehrte gilt. Zum Beispiel sollten Linkshänder die Schranktüren mit rechts öffnen können, damit die stärkere, linke Hand frei ist, um den Gegenstand aus dem Schrank zu holen. An der Spüle sollte die Abtropffläche für Linkshänder am rechten Rand des Spülbeckens liegen. Da Linkshänder häufig mit dem Schwamm in der linken Hand abwaschen, legen sie das Geschirr eher rechts ab. Mit einem so angepassten ergonomischen Ablauf vermeiden Sie es als Linkshänder, ständig über Kreuz arbeiten zu müssen – für Rechtshänder gilt natürlich das gleiche Prinzip, nur umgekehrt.

Lösungen für Linkshänder

Checkliste für eine ergonomische Küche

  • Ermitteln Sie die für Sie richtige Höhe der Arbeitsfläche: Ellbogenhöhe messen und minus 15 Zentimeter
  • Bei vielen Köchen: Planen Sie variable Arbeitsfläche ein
  • Wenn möglich, senken Sie den Herd um 10 bis 15 Zentimeter ab
  • Erhöhen Sie die Spüle um 10 bis 15 Zentimeter
  • Denken Sie daran, Backofen und Spülmaschine erhöht einzubauen
  • Platzieren Sie die Küchenschränke nicht zu hoch
  • Vermeiden Sie die Überschneidung von Laufwegen
  • Denken Sie an Optionen für Links- und Rechtshänder

Eine Küche glänzt nicht nur durch ihr edles Design. Erst eine ergonomische Planung macht sie zu einem Schmuckstück, dass Sie gerne nutzen – und an dem Sie lange Freude haben. Planen Sie jetzt ihre ergonomische Küche!

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